Brandenburg a. d. Havel: Während landesweit über nachhaltige Breitbandstrategien diskutiert wird, zeigen die Wohnbaugenossenschaft Luckenwalde eG und der Netzbetreiber RFT kabel wie eine gelungene Kooperation zeitsparend zu mehr Power im Kabelnetz führt. Rund 1.800 Haushalte profitieren vom aktuellen RFT-Netzausbau in Luckenwalde. Die Anzahl hätte deutlich höher ausfallen können. Doch ein Dialog zwischen der Stadt und dem Brandenburgischen Netzbetreiber kam nicht zustande.

Nur fünf Monate nach Beginn der Tiefbauarbeiten sind Ende November bereits die letzten Glasfaser-Anschlüsse der RFT kabel freigeschalten worden. Für die Mieter der WBG Luckenwalde eG im Anschlussgebiet bedeutet dies einen entspannten Start in die Vorweihnachtszeit. Über ihre neuen Multimedia-Anschlüsse können sie zeitgleich fernsehen, telefonieren und derzeit mit bis zu 400 MBit/s im Internet surfen. Die Vielfalt im RFT-Netz ist riesig und es lassen sich für jeden Geschmack entsprechende Radio- und TV-Programme, Internet-Tarife und Telefon-Optionen finden.

„Das hohe Niveau der Versorgung wird die Attraktivität sowie den Wert unserer Immobilien steigern und die Vermietbarkeit des Wohnungsbestandes sicherstellen“ sagte Jörg Kerpa, Kaufmännischer Vorstand der WBG, anlässlich der Vertragsunterzeichnung im September letztes Jahres. Auch Ramon Wittich, Technischer Vorstand der WBG, ist von der Tragfähigkeit und dem Entwicklungspotential des RFT-Glasfasernetzes überzeugt. „In unserem Fokus lag eine zukunftsorientierte Netzstruktur. Das Verlegen der Glasfaserleitungen bis in die einzelnen Häuser hinein war für uns daher entscheidend.“ Stefan Tiemann, Geschäftsführer der RFT kabel GmbH, lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit sowohl mit der Wohnbaugenossenschaft als auch dem Technik-Partner, der Anedis GmbH. „Ein derartiges Projekt kann nur zum Erfolg geführt werden, wenn alle Parteien gleichsam an einem Strang ziehen. Ich freue mich, dass wir gemeinsam Netzanbindungen geschaffen haben, die in Richtung Zukunft ausgerichtet sind.“

Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt. Stefan Tiemann: „Wir bedauern es sehr, dass ein Dialog mit der Stadt nicht zustande kam. Denn eine Vielzahl öffentlicher Einrichtungen hatte ebenfalls Interesse an schnellen Netzanbindungen signalisiert. Es wäre möglich gewesen, sie ins RFT-Glasfasernetz zu integrieren. Diese Standorte im Nachhinein an das zukunftssicheres Netz anzuschließen bedeutet eine Vervielfachung der ursprünglichen Ausbaukosten.“ Als Erklärung dafür nannte er, vergleichsweise hohe Kosten für Tiefbauarbeiten, die für die Verlegung von Glasfaserleitungen notwendig sind. Kommunen setzten daher verstärkt auf die scheinbar kostengünstigere Vectoring-Technologie. „Doch Vectoring ist immer nur eine Zwischenlösung. Wer auf Nachhaltigkeit setzt, kommt an der Glasfaser nicht vorbei. In wenigen Jahren werden die benötigten Bandbreiten im Gigabit-Bereich liegen. Nur Glasfasernetze können diese Anforderungen noch bewältigen. Für Luckenwalde wurde eine Chance vertan, sich schon jetzt zukunftssicher aufzustellen.“ Die Zusammenarbeit mit der WBG zeige jedoch exemplarisch, wie der Ausbau innerstädtischer Infrastruktur gelingen kann und dabei zu einer gewinnbringenden Kooperation für alle wird - für die Wohnungswirtschaft, Städte und Kommunen, den Netzbetreiber und nicht zuletzt für die einzelnen Wohnungsmieter.

Der Verlauf der Arbeiten am Luckenwalder Kabelnetz wurde in einem Bautagebuch festgehalten. Interessierte erhalten dort Detailwissen und können sich Videos ansehen: Bautagebuch

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